Familien im Dienst und Leben in Gemeinschaft

80. Tagung der Arbeitsgemeinschaft Christliche Lebenshilfe (ACL) in Reudnitz. Aus ganz Deutschland und Österreich kamen die Teilnehmer

REUDNITZ. „Wir haben eine ähnliche Arbeit und ähnliche Probleme. Wir müssen keine Grundsatzdiskussionen führen, sondern können gleich zur Sache kommen“, sagte Manfred Ohnesorge aus Velbert bei Wuppertal. Der Gründer des Wendepunkt e.V. war – wie achtzig andere – Teilnehmer der 80. Tagung der Arbeitsgemeinschaft Christliche Lebenshilfe ACL, die von Freitag bis Sonntag in der Christlichen Ferienstätte Reudnitz stattfand. Die ACL ist ein Zusammenschluss von christlich geführten Therapie-und Seelsorgezentren, die biblisch orientierte Lebenshilfe im Rahmen einer zeitlich begrenzten christlichen Lebensgemeinschaft anbietet; vor allem für junge Erwachsene in Lebenskrisen.

Zweimal im Jahr treffen sich die Mitgliedshäuser zur Tagung; dieses Mal organisierten die Großkundorfer Ranch Christliche Lebenshilfe e.V. und die Wohngemeinschaft Rückersdorf Alternative e.V. in Zusammenarbeit mit der Holzmühle Kämmeritz Suchthilfe e.V. die dreitägige Zusammenkunft. Neben Referaten, die Angela und Andreas Fre`sz etwa zum Thema Umgang mit dem Spannungsfeld Familie und Gemeinschaft hielten, standen vor allem Erfahrungsberichte im Mittelpunkt. Die Vernetzung und der Austausch untereinander sind ganz wichtig, wie es Klaus Weber von der Ranch formulierte. Das bestätigten auch Angela und Joachim Göckler aus Oberösterreich. Wir nehmen interessante Ansätze wieder mit nach Hause. Schließlich sind wir alle Gleich-Leidende, so Joachim Göckler augenzwinkernd. Die fachliche Weiterbildung, der persönliche Kontakt, aber auch das gemütliche Zusammensein gehören für uns eng zusammen, so Manfred Ohnesorge.

Nach den Besichtigungen der Ranch und der Wohngemeinschaft Rückersdorf am Sonnabendnachmittag stand der Abend ganz im Zeichen des Landes Thüringen. Zuvor konnten die Teilnehmer noch an einer Ausfahrt mit einem historischen Fleischmann-Bus teilnehmen oder eine Runde mit einem Trabbi drehen. Der Thüringer Abend, der in der Mehrzweckhalle der Ferienstätte stattfand, wurde mit dem Original-Rennsteiglied von Herbert Roth eingeläutet, dargeboten von Renate und Jürgen Schwerdtfeger, die als Bauernpaar aus dem Altenburger Land erschienen. Neben einem Ratespiel, in dem zwölf Thüringer Persönlichkeiten von Johann Sebastian Bach über Carl Zeiß, Friedrich Fröbel, Gunda-Niemann-Stirnemann bis hin zu Milo Barus erraten werden mussten, konnten die Teilnehmer ihr Wissen auch beim Kräuter- oder Thüringer-Kloß-Quiz testen. Kurze Aufregung kam auf, als plötzlich Georg Kresse im Saal auftauchte und Rolf Waldeck entführte. Erst ein blitzschnell eingesammeltes Lösegeld konnte den Bauerngeneral umstimmen, den amtierenden ACL-Chef freizulassen. Die Tagung zu organisieren, war eine Herausforderung, wie Klaus Weber abschließend sagte. Doch die positive Resonanz aller Teilnehmer entschädige für alle Mühen. Außerdem dankte er den Hauseltern Seifert der Christlichen Ferienstätte für die umfassend gute Betreuung.

Antje-Gesine Marsch @15.10.2011