Ines Wartenberg: Ich möchte Bürgermeisterin für alle Greizer sein

Im Gespräch mit Ines Wartenberg, die für die SPD Greiz in den Bürgermeisterwahlkampf ziehen wird

GREIZ. Die Greizerin Ines Wartenberg zieht für die SPD Greiz in den Bürgermeisterwahlkampf. Am 15. April 2018 wird ein neues Stadtoberhaupt gewählt, nachdem Gerd Grüner letzte Woche verkündete, für eine dritte Legislatur nicht mehr zur Verfügung zu stehen.

Frau Wartenberg, man kennt Sie als politisch-engagierte Greizerin, 2. Beigeordnete der Landrätin, Stadtratsmitglied und Mitglied zahlreicher sportlicher, kultureller und sozialer Vereine der Stadt.
Nun wollen Sie sich am 15. April der Wahl zur Greizer Bürgermeisterin stellen?

Ines Wartenberg: Genau, die SPD Greiz stellte mich auf – für dieses Vertrauen danke ich. Natürlich traf mich die Kandidatur nicht wie eine Keule; ich habe mich schon länger mit dem Thema beschäftigt – dennoch kam die Anfrage relativ kurzfristig. Zuerst habe ich natürlich mit der Familie gesprochen, dann setzte ich mich an drei Abenden hin und schrieb Ideen auf. Mit dem Papier bin ich dann quer durch die Stadt gelaufen, sprach mit Bürgern, bekam eine Menge zusätzlicher Infos und erfuhr, dass meine Ideen von vielen als sehr gut befunden wurden.

Sie gehen für die SPD in den Wahlkampf, welche Unterstützung erfahren Sie?
Ines Wartenberg: Unser Ortsverein wirkt nach außen oft wie eine geschlossene Truppe, dennoch konnte jeder stets seine Ideen einbringen. Was mir aber ganz besonders wichtig ist: Als Bürgermeisterin werde ich keine Parteipolitik machen. Die Politik soll zum Nutzen der Bürger passieren; kleine, machbare Schritte, aber auch Visionen werden sie bestimmen. Ich möchte Bürgermeisterin für alle Greizer sein

Fällt eine Frau andere Entscheidungen – was macht eine Frau als Stadtoberhaupt anders? Und: Was haben Sie Ihren Mitbewerbern voraus?
Ines Wartenberg: Ich denke, dass eine Frau eine andere Form der Führungsqualität hat, wobei Gerd Grüner und sein Vorgänger Dr. Andreas Hemmann sehr viel erreicht haben. Im Stadtrat habe ich eine Unmenge von Grabenkämpfen erlebt – oft bestimmte Gezänk das Geschehen, Ich habe mich oft gefragt: Was denkt der Bürger darüber? Eine kompetente und erfahrene Frau wie ich wird eine neue Gesprächsqualität einbringen. Auch die Pressearbeit werde ich anders angehen. Gerade in diesen unsicheren Zeiten sehnen sich die Menschen nach Stabilität. Ideen einzubringen und die Leute mitzunehmen, das ist mein Plan.

Wie schätzen Sie sich selbst ein?
Ines Wartenberg: Ich bin eine gebürtige Greizerin und schon von Kindesbeinen an ehrenamtlich tätig; bin hier tief verwurzelt, habe durch vier Legislaturen im Greizer Stadtrat große kommunalpolitische Erfahrungen gesammelt. Zu den vielfältigsten Veranstaltungen im kulturellen, sozialen und sportlichen Bereich gehe ich nicht erst, seit ich Bürgermeisterkandidatin bin, sondern schon immer. Ich absolvierte Lernprozesse in verschiedenen Ausschüssen und Aufsichtsräten. Das ist der größte Vorteil: Es hat mich schon immer interessiert, was in Greiz passiert. Ich brenne für diese Stadt.

Wie würden Sie während einer eventuellen Amtszeit den Kontakt zu den Bürgern pflegen?
Ines Wartenberg: An vorderster Stelle wird die Arbeit für die Bürger und mit den Bürgern stehen. Ich plane beispielsweise die Wiedereinführung der Bürgersprechstunde. Den Stolz der Greizer auf ihre Stadt wieder zu entwickeln und zum Mitmachen zu bewegen, das ist das Ziel.

Es wird in Kürze sicher ein ganz konkretes Wahlprogram von Ihnen geben. Könnten Sie mir vielleicht im Vorfeld drei herausragende Ziele auf Ihrer Agenda nennen?
Ines Wartenberg: Eigentlich sind es vier, die ich unbedingt anführen möchte: Wie ich schon sagte: An erster Stelle steht die Arbeit für die Bürger. Zweitens, den Tourismus voranzubringen. Die „Bürger auf Zeit“ sollen sich hier wohlfühlen; das können sie aber nur, wenn sich auch die Greizer wohlfühlen. Drittens, Gewerbe und Handel noch mehr in den Fokus zu rücken und viertens, die Innenstadtstruktur zu verbessern.
Ganz wichtig ist, auch für die Menschen am Rande der Gesellschaft tätig zu sein; für die schwachen werde ich mich besonders einsetzen.

Auf die ganz konkreten Ziele und Pläne werden wir sicher im nächsten Gespräch eingehen. Was werden Sie in den kommenden Wochen tun und was wünschen Sie sich für den nun beginnenden Wahlkampf?
Ines Wartenberg: In den nächsten Wochen werde ich nichts gravierend anderes als vorher machen. Mit Bürgern ins Gespräch zu kommen, ist wichtig – ganz gleich, ob an der Kasse des Supermarktes oder an den Wahlständen. Ich plane natürlich auch, in die Außenbezirke zu gehen. Es gibt Flyer, in denen jeder das Wahlprogramm in Ruhe lesen kann. Für den Wahlkampf wünsche ich mir, dass die aufgestellten Kandidaten respektvoll und fair miteinander umgehen – ohne persönliche Befindlichkeiten.

Vielen Dank für das Gespräch.
Das Interview führte Antje-Gesine Marsch @27.01.2018