Die Stadt Greiz im Jahr 2046?

Die Stadt Greiz im Jahr 2046?
Simon Wiese (l.) und Markus Korn erläutern ihre Masterarbeit zum Thema "Greiz im Jahr 2046".

Zwei Architektur-Master-Studenten der HTWK Leipzig präsentieren ihre Vision
GREIZ. In den letzten Tagen konnte man vermehrt Interessierte beobachten, die an den Schaufenstern der Vogtlandhalle Greiz Aushänge studierten und lebhaft darüber diskutierten. Bei den Plakaten handelt es sich eine Masterarbeit, die zwei junge Studenten der HTWK Leipzig in den letzten fünf Monaten fertigten. Am Dienstagabend präsentierten sie diese im Foyer der Einrichtung vor zahlreichen Gästen. In seinen einführenden Worten brachte Bürgermeister Gerd Grüner (SPD) zum Ausdruck, dass das Jahr 2046 zwar „weit weg“ klinge, aber Zeit ein relativer Begriff sei. Dass die Ideensammlung der beiden Studenten „Charme“ habe, bescheinigte er Markus Korn und Simon Wiese. In seinen Worten streifte das Stadtoberhaupt noch einmal die „gravierenden Ereignisse“ von Juni 2013, wobei er betonte, dass sowohl im Altstadt-wie auch Neustadtbereich „einige Änderungen passieren“ werden, die mit dem Hochwasserschutz in Greiz zu tun haben und die „bedeutsame Einschnitte in die Stadt“ mit sich bringen. Die Masterarbeit sei als „Anstoß zu neuen Gedanken und Ideen“ zu werten, noch dazu man darin mit der „Neustadtinsel“ und dem „Radweg Weiße Elster“ zwei Gedanken fand, die bereits von der Stadt Greiz im Marketingkonzept favorisiert wurden.
Simon Wiese und Markus Korn stellten anschließend in einem etwa halbstündigen Vortrag ihre Masterarbeit vor, zu der parallel ein 140-seitiges Buch in einer 60er Auflage erschien. Nachdem sich die beiden Studenten bereits im Rahmen des Wahlpflichtfaches „Mediale Stadt“ mit der Schaffung einer barrierefreien Anbindung des Oberen Schlosses beschäftigten und diese im November 2014 in Greiz vorstellten, hätten sie gemerkt: „Greiz ist viel mehr als demografischer Wandel, De-Industrialisierung und daraus resultierende wirtschaftliche Konsequenzen“, so Simon Wiese. So reifte der Entschluss, die Masterarbeit über die Stadt Greiz im Jahr 2046 zu erarbeiten – und damit die Herausarbeitung einer lebendigen und zukunftsfähigen Kernstadt in den Mittelpunkt zu rücken. Zu Stärkung dieser Kernstadt entwarfen die Studenten sieben Setzungen an strategisch wichtigen Orten der Stadt, etwa den „Stadtbalkon“ oder „Akropohlitz“, wobei mit relativ wenig Aufwand neue Zugänge und Atmosphäre entstehen könnten. Wie Simon Wiese und Markus Korn betonen, gehe es in ihren Forschungen nicht um eine bessere Vermarktung der Stadt, sondern um den Weg zu einem neuen Selbstverständnis in puncto Identitätsstiftung.
Die Studenten seien „viel spazieren gegangen“, hätten beim Flanieren „viel Interessantes gefunden“ und sich Skizzen zu Eindrücken und Sichtweisen gemacht. Daraus und zahlreich geführten Gesprächen wurde ein „Greiz-Atlas“ erarbeitet. Dieser wurde gemeinsam mit dem „Metaberg“ und der „Spurensuche“ den sieben Setzungen vorangestellt.
Auch das MDR-Fernsehen interessierte sich für die Masterarbeit der beiden Studenten. Am heutigen Mittwoch wird darüber ein Betrag im Thüringen-Journal gesendet.
Ein Exemplar des Buches zur Masterarbeit ist im Regionalbestand der Stadt-und Kreisbibliothek einzusehen.

Antje-Gesine Marsch @18.03.2015

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