Erster Preis im Architekturwettbewerb zur Stadthalle geht an junge Erfurter Büros

Präsentation der Modelle für den Bau der neuen Stadthalle Greiz
Bürgermeister Dr. Andreas Hemmann (2.v.r.) und Juryvorsitzender Prof. Bernahard Winking (3.v.l.) präsentieren die Modelle für den Bau der neuen Stadthalle Greiz.

Vier Thüringer Büros konnten sich hervorragend platzieren

GREIZ. Die Worte „spektakulär und mit Erinnerungswert“ fand Professor Bernhard Winking, der Vorsitzende der Jury des Realisierungswettbewerbes zur Stadthalle in Greiz, für die Arbeit der jungen Architekten aus Erfurt, denen das Preisgericht mit 8:1-Stimmen den Sieg im Architekturwettberwerb für die neue Stadthalle Greiz zuerkannt hatte. Der kompakte Baukörper mit dem auskragenden Dach, einer Kombination aus Schiefer und Glas, schiebe sich zudem direkt an die Carolinenstraße heran und bietet dennoch einen großzügigen Eingangsbereich dadurch, dass die Fassade aus Glas zurück weiche. Auch die Aufgabe, den Saal bei Bedarf von 500 auf 800 Plätze erweitern zu können, habe das Thüringer Team ganz toll gelöst, erläutert der Hamburger Architekt, der sich zudem bei diesem Modell auch vorstellen kann, dass es auch tatsächlich für die ausgelobten 18-Millionen-Euro zu bauen sein kann.

Der Bau werde von der Friedensbrücke her einen imponierenden Eindruck machen und ein Stück identitätsstiftend sein, ist sich der Hamburger Professor mit 30-jähriger Berufserfahrung sicher. Die so geehrten Architekten Felix Harbig und Ernst Scharf vom Büro „arch 42“ sowie die Landschaftsarchitekten Stefan Dittrich und Matthias Luz wollen „zeigen, dass sie ihr Fach beherrschen“.“Die Glasfassade ist das Fenster zur Stadt“, betont Harbig, der gleichzeitig auf den Übergang vom Seitenfoyer mit der ebenfalls verglasten Fassade in den neu gestalteten Goethepark verweist. „Mehr Glas als Schiefer“ weise somit die Fassade auf.

Eine „durchgängig gute Qualität“ bescheinigt Prof. Winking auch den anderen 27 eingereichten Modellen, die in der ersten Etage des ehemaligen Kaufhauses „Storg“ am Puschkinplatz zu sehen sind. Drei der von der Stadt gesetzten sechs Architekturbüros im Wettbewerb – die anderen 24 sind durch Auslosung bestimmt worden – sind in die Preisgruppe der ersten acht vorgedrungen. Vier Büros aus Thüringen – zwei aus Erfurt, aus Gotha und aus Zeulenroda – konnten sich hervorragend platzieren. „Hut ab für dieses Vorhaben“, bescheinigt Winking den Greizern und hofft, dass das Preisgericht auch zur Einweihung des Neubaus eingeladen werde. Nicht zuletzt bestätigt auch die riesige Resonanz – 1900 Anfragen habe es insgesamt gegeben -, dass dieses Vorhaben mutig sei. Sogar aus New York habe man eine Anfrage gehabt, freut sich Bürgermeister Dr. Andreas Hemmann. Für ihn auch eine „Form der Öffentlichkeitsarbeit“.

Ideenvielfalt sollte dieser Wettbewerb bringen, was sich in den Arbeiten der weiteren Preisträger ausdrückt. Mit sympathischer Offenheit, die Moderne weiterführend, präsentierte sich der zweite Preis einer Arbeitsgemeinschaft aus Freiburg. Einen originellen Bezug zur Historie der Stadt Greiz schuf der dritte Preisträger, der das Gebäude zur Hälfte mit Stoff bezog und im Innern mehr an die einstige Residenz appellierte. Eine poetisch plastische Arbeit kauft die Stadt von den Schöpfern aus Gotha/Ballstädt auf. Große, gläserne Baukörper muten an wie eine riesige Welle in einem schön gestalteten Park. Mit einer „Steinfalte“ faszinierte Architekt Thoma aus Zeulenroda die Jury. Sein Modell, das mit einem Berliner Landschaftsarchitekten entstand, wurde ebenfalls angekauft.

28.Mai 2004 /Stadtverwaltung Greiz Bauamt /SG Stadtplanung
Preise “ Neubau Stadthalle Greiz „

1.Preis – Felix Harbig arch42 – plandrei Landschaftsarchitekten – 99084 Erfurt Löberstraße 19
2.Preis – Spiecker und Sautter – Almut Henne / Christian Korn – 79098 Freiburg Gretherstraße 8
3.Preis – Leon Wohlhage Wernik – Thomanek + Duquesnoy – 10629 Berlin Leibnizstr. 65
4.Preis – Dr. Worschech & Partner – Landschaftarchitekturbüro Kokenge + Ritter – 99084 Erfurt Fischersand 50
5.Preis – Behnisch, Behnisch & Partner Architekten – PB Wittig + Rietig – 70178 Stuttgart Christophstraße 6
1.Ankauf – baubüro lehniger – Landschaftsarchitekturbüro Heinisch – 99867 Gotha Ifflandstraße 5
2.Ankauf – MARKUS COELEN, ARCHITEKT – Stefan Wallmann, Landschaftsarchitekten – 10405 Berlin Winsstraße 12
3.Ankauf – thoma architekten – Wirth + Birkenbeul Landschaftsarchitekten BDLA – 07937 Zeulenroda Markt 11

Antje-Gesine Marsch @28.05.2004

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