Stefan Fraas-Historischer Jubiläumsvortrag zu „20 Jahre Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach“

Stefan Fraas-Historischer Jubiläumsvortrag zu »20 Jahre Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach«
Herzlicher Applaus für den Referenten Generalmusikdirektor Stefan Fraas.

Ein Orchester- Eine Erfolgsgeschichte
GMD Stefan Fraas referiert bei „Prominente im Gespräch“ im Fürstensaal des Oberen Schlosses über zwanzig Jahre Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach

GREIZ. Dass die Musiker der Vogtland Philharmonie weder Ideen, Zeit noch Mühe scheuen, an unterschiedlichsten Orten der Region aufzutreten, ist hinlänglich bekannt. Man kann sie in Sälen hören, in Schlosshöfen, Theatern und Kulturhäusern – auch Open Air. Dass die Sinfoniker aber 493 Meter unter der Erde in einem stillgelegten Flussspat-Stollen musizierten oder mitten auf der Talsperre Falkenstein auf einer Bohlenplatte – deren Verankerung nach einem heftigen Sturm riss – ist sicher den meisten Freunden des beliebten Klangkörpers bislang nicht bekannt. Am Dienstagabend referierte GMD Stefan Fraas im Fürstensaal des Oberen Schlosses über zwanzig Jahre Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach. Die genannten Berichte wurden allerdings in der Rubrik Skurriles zum Besten gegeben. Im Wesentlichen ging Stefan Fraas in seinen historischen Ausführungen auf die Gründung der Vogtland Philharmonie vor genau zwanzig Jahren ein und erinnerte an Ereignisse und Begebenheiten, die im Alltag vielleicht schon in Vergessenheit geraten waren. Genau vor zwanzig Jahren wurde der Fusionsvertrag zwischen dem Staatlichen Sinfonieorchester Greiz und dem Vogtlandorchester Reichenbach zur Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach unterschrieben, den Hans-Rainer Förster und Stefan Fraas nach hartem Kampf auf den Weg gebracht hatten. Die Unterschrift leisten seinerzeit die Minister für Wissenschaft und Kunst der Länder Sachsen und Thüringen, Dr. Hans-Joachim Meyer und Dr. Ulrich Fickel, die Landräte der Landkreise Greiz und Reichenbach, Jens Geißler und Gerhard Bienert sowie die Bürgermeister von Reichenbach und Greiz, Johannes Bögel und Mario Walther. Somit wurde erstmals ein länderübergreifendes Projekt auf kulturellem Gebiet ins Leben gerufen. Keiner weiß eigentlich mehr genau, wer die zündende Idee hatte, so GMD Stefan Fraas. Lächelnd erinnert sich der Geschäftsführer der Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach an scheinbar kleine Dinge, etwa die Namensfindung des Orchesters, die die Gemüter erhitzte. Den interessanten Vortrag würzte Stefan Fraas mit zahlreichen historischen Fotos und Videosequenzen, so etwa vom Eröffnungskonzert im Reichenbacher Neuberinhaus. Sie hören nun die ersten Töne der neuen Philharmonie stimmte Fraas darauf ein. Natürlich spielten die finanziellen Belange, die das Orchester zu schultern hatte, in all den Jahren eine nicht geringe Rolle. Den Differenzausgleich der Finanzierung durch die beiden Freistaaten Sachsen und Thüringen, die beiden Landkreise und Städte generiere man mit 20 Prozent eigener Einnahmen, wie Stefan Fraas stolz ausführte. Damit sind wir absolute Spitze und gehören zu den Top Ten Deutschlands. 140 bis 160 Konzerte gebe man im Jahr; 2011 waren es 144, davon 69 Sinfoniekonzerte. Die guten Arbeits-und Probebedingungen in der Vogtlandhalle würdigte Fraas ebenso. Im Grunde wurden wir ständig mit neuen wunderbaren Möglichkeiten überhäuft, nennt er auch das neu bezogene Verwaltungsgebäude in Reichenbach als Beispiel. Mit Veranstaltungsreihen wie Kids meet classic, Philharmonic Rock oder Sounds of Hollywood habe man neues Territorium und Publikum erschlossen. Da man das Management aus eigenen Kräften betreibe, habe man auch auf diesem Sektor freie Hand. 20 CD-Produktionen, die Zusammenarbeit mit den Musikschulen, die aufopfernde Arbeit des 500 Mitglieder zählenden Fördervereins oder die moderaten Preise nannte Stefan Fraas außerdem als Beispiele hervorragender Orchestertätigkeit. Der Terminkalender für das Jahr 2013 sei bereits randvoll, freut sich der Generalmusikdirektor, der betont, dass die Philharmonie auch weiterhin fest mit der Region verwurzelt bleibe. Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit, resümierte Stefan Fraas augenzwinkernd mit Wilhelm Buschs Vers. Die Veranstaltung wurde virtuos vom Neuberin-Trio mit Sarah und Artashes Stamboltsyan und Peter Manz umrahmt.

Antje-Gesine Marsch @25.09.2012