Herzkissen gegen Schmerzen

Herzkissen gegen Schmerzen
Die Greizerin Steffi Schäfer zeigt ein Herzkissen, das den Schmerz von Brustkrebs-Patientinnen nach der Operation lindern soll.

Steffi Schäfer startet in diesen Tagen mit der Nähgruppe „Herzkissen gegen Schmerzen“ eine ganz besondere Aktion – Baumwollstoffe und Geld für Füllmaterial werden nun dringend benötigt

GREIZ. Es ist geformt wie ein Herz mit „Ohren“, mit buntem Baumwollstoff bezogen und kuschelweich – das „Herzkissen“.
Dennoch: Wer es auf seinem Kopfkissen findet, hat eine Brustkrebs-Operation hinter sich.

„Die Herzkissen sind ein Geschenk – ein Symbol für Herzlichkeit und Menschlichkeit, für Hoffnung und Zuversicht. Sie sollen den betroffenen Frauen zeigen, dass sie nicht allein sind“, umreißt Steffi Schäfer die Idee, ein ganz besonderes Projekt für Brustkrebspatientinnen auch in der Stadt Greiz auf den Weg zu bringen.

Vor über zehn Jahren initiierte die dänische Krankenschwester Nancy Friis-Jensen die Aktion, dieses speziell geformte Kissen „Verschenkt von Herz zu Herz“ zu verbreiten. „Das Kissen wird unter dem Arm getragen“, erklärt Steffi Schäfer. „Es lindert Narbenschmerzen und Lymphschwellungen; erleichtert das Liegen und kann auch gut im Auto unter dem Gurt verwendet werden.“

In diesem Monat startete die umtriebige Greizerin einen Aufruf im sozialen Netzwerk Facebook: „Fünfzehn Frauen und ein Mann erklärten sich spontan bereit zu helfen“, freut sie sich.

Zum ersten Mal wird sich die Gruppe am 4. Januar um 18 Uhr in der „Näh-Stube“ der Greizer Brauerei treffen.

„Es muss nicht jeder nähen können; wir brauchen auch Leute zum Zuschneiden oder Füllen der Kissen“, beschreibt Frau Schäfer die drei Stationen „Ausschneiden, Nähen und Füllen“. Als letztes schließt der „Matratzenstich“, eine Naht, die quasi unsichtbar ist, das Kissen, das keine harten Kanten haben darf.

Womit sich auch ein Anliegen von Frau Schäfer präzisiert: „Wir benötigen dringend Baumwollstoff-Spenden, die Größe muss mindestens 40 mal fünfzig Zentimeter betragen.“ Auch Zubehör – wie Stecknadeln, Schneiderscheren oder Garn – ist gern gesehen.

Ganz besonders würde sich Steffi Schäfer über Geldspenden freuen, die das Kaufen der Füllmasse für die Kissen erleichtern.
„Das Innenleben der Kissen muss nicht nur weich, sondern auch bei sechzig Grad waschbar sein.“ In Frage komme hierbei lediglich das sogenannte „Bauchschläferkissen Slan“ von IKEA. Ein solches Kissen kostet 3,99 Euro und dient als Füllmasse für fünf Stück. „Pro Kissen verbraucht man 110 bis 120 Gramm Vlies“, so Steffi Schäfer. Oder anders gesagt: Für eine Spende von achtzig Euro könne man einhundert Herzkissen herstellen.

Bis die Herzkissen im Krankenhaus stationiert und von den Schwestern auf die Kopfkissen der Patientinnen gelegt werden können, ist noch ein Stückchen Weg zu meistern. Doch der erste Schritt ist getan. Die Idee von Steffi Schäfer, „mal etwas für andere zu machen und Herzenswärme zu geben“ nimmt Formen an. „Wenn man bedenkt, dass statistisch gesehen jede achte Frau an Brustkrebs erkrankt, ist das für mich als gelernte Arzthelferin ein deutliches Signal.“ Viele kennen im Familien-, Freundes,- Kolleginnen -oder Bekanntenkreis Betroffene.
„Diesen Frauen wollen wir mit dem Trost-Herzkissen zeigen: Ihr seid nicht allein.“

Info:
Kontakt zu Steffi Schäfer über Facebook „Herzkissen gegen Schmerzen“
Stoffe kann man in der Brauerei Greiz und bei B+W Beierlein+Weise Bauplanungsgesellschaft, Am Markt 7 abgeben.

Antje-Gesine Marsch @28.12.2017