Fahrpreiserhöhungen in Landkreis Greiz

Fahrpreiserhöhungen in Landkreis Greiz
Setra S215 NR 1995 in Elsterberg (Beispielfoto)

Eine Instagram-Story informierte den Autor gestern darüber, dass im Landkreis Greiz mit den vier Busunternehmen PRG, RVG, Herzum und Piehler ab 01.05.2021 neue Fahrpreise gelten werden. Man geht im Regionalverkehr weg von der bisher geltenden kilometerabhängigen Fahrpreisgestaltung auf eine Tarifzonenstruktur. Das bedeutet, dass bei Fahrten zwischen zwei Tarifzonen es künftig nur noch einen Preis gibt. Auf Grund des auf der Webseite der PRG Greiz hinterlegten Planes kann man erkennen, dass bei einer Fahrt nach Zeulenroda die Ausstiegshaltestelle keinerlei Einfluss auf den Fahrpreis haben wird. Bisher war es relevant, ob man zum Beispiel von Greiz aus am unteren Bahnhof oder in Zeulenroda West ausgestiegen ist
Der eigentliche Fahrpreis ist abhängig von der Anzahl der durchfahrenen Tarifzonen. Wie man auf der Webseite lesen kann, kann man sogar die Fahrt kurzzeitig unterbrechen und später fortsetzen innerhalb klar definierter Grenzen.
Der Grundpreis im Stadt- und Regionalverkehr steigt vom 1,80 € auf 2 €. Im Regionalverkehr kann es durchaus sein, dass durch die Zusammenlegung von Haltestellen in Zonen die Preise stärker proportional steigen. Auch wenn das in der jetzigen Situation ärgerlich ist, so ist es verständlich. Mehr als zweieinhalb Jahre waren die zurzeit noch gültigen Fahrpreise stabil geblieben. Corona hat den Busunternehmen schweren wirtschaftlichen Schaden zugefügt.
Es gibt auch positive Sachen in der neuen Tarifordnung. Unternehmen können jetzt, 19 Jahre nachdem der Vorschlag das erste Mal an den damaligen Geschäftsführer der PRG (durch den Autor) herangetragen wurde, mit den Verkehrsunternehmen eine Vereinbarung für ein Jobticket abschließen. Ab der Menge von fünf Tickets gewähren die Busunternehmen 10 % Preisnachlass auf Zeitkarten. Wenn dann diese Arbeitgeber ihren Arbeitnehmern noch einen Zuschlag auf das Ticket gewähren, ist das letztendlich ein attraktives Angebot. Voraussetzung ist natürlich ein attraktives Fahrtenangebot. Für ein- und auspendelnde Fahrgäste nach Greiz oder Gera ist eine City-Option buchbar. Gerade im Stadtverkehr Gera ist es attraktiv, nur noch ein Ticket kaufen zu müssen. Leider gilt die vorerst (?) nur für Zeitkarten. Bisher gekaufte Fahrkarten im Vorverkauf sind, so kann man auf der Webseite lesen, noch bis zum 01. August gültig.
Meine Meinung:
Eine lange Zeit waren im Landkreis die Fahrpreise stabil. Dafür wurde auch hinter den Kulissen viel gearbeitet. Die Anzahl der Fahrten ging nach oben und die Anzahl der Busse wurde durch Abkehr vom „Stammfahrzeug für die Fahrer“ stark verringert. Dass das nicht spurlos an den Bussen vorübergeht, sieht man an manchen Fahrzeugen deutlich. Die jetzt folgende Tarifanpassung ist demzufolge ein notwendiger Schritt, um die Einnahmesituation zu verbessern. Allzu viel wird nicht rüberkommen, denn die Fahrgastzahlen sind dank der verordneten pandemischen Lage im Keller. Interessant sind die Begründungen auf der Webseite zu lesen für die Fahrpreiserhöhung: „Infolge der CO2-Bepreisung auf Dieselkraftstoff, von der auch der öffentliche Nahverkehr nicht ausgenommen ist, aber auch beispielsweise den Kosten für die fortschreitende Modernisierung und barrierefreie Umrüstung unserer Fahrzeugflotte ist eine Erhöhung der Fahrpreise nunmehr unumgänglich.“ (Zitat Ende). Da können unsere Greizer „Fridays-for Future“-Aktivisten doch schon einen ersten Erfolg ihrer gestellten „Sterbeszenen“ am Greizer Puschkinplatz zu verbuchen. Die Erneuerung der Busflotte auf barrierefreien ÖPNV bis 2022 ist eine EU-Vorgabe.
Diese jetzt anstehende Tarifreform ist meinem Erachten nach ein erster Schritt zur Integration des Landkreises Greiz in den Verkehrsverbund Mittelthüringen.

René Kramer

Weitere Informationen:
www.bus-greiz.de/fahrgastinfo/tickets-und-preise/