Liebe zur Natur ist und bleibt Herzenssache

Interessanter Vortrag über Schmetterlinge stand im Mittelpunkt des Abends, der dem 25-jährigen Gründungsjubiläum des BUND-Ortsverbandes gewidmet war
GREIZ. Schmetterlinge gehören nicht nur zur zweitreichsten Insektenart der Welt, sondern auch zu deren beliebtesten Vertretern. “Sie zeichnen sich durch Schönheit, Leichtigkeit und Ruhe aus“, wie Helmut Michael am Dienstagabend sagte. Der Ortsverband des BUND hatte in die Freie Schule Elstertal in der Goethestraße zum Vortrag „Erlebnis Schmetterling“ eingeladen, um mit Wissenswertem und Informativem für diese Thematik zu sensibilisieren.
„Schmetterlinge begeistern durch ihre vielfältigen Farben und Muster“, so der Referent, der zu Beginn einige allgemeine Fakten lieferte: 3700 Arten gibt es in Deutschland, davon allerdings lediglich 190 Tagfalter. Zu bedenken gab Helmut Michael, dass etwa achtzig Prozent der Schmetterlinge bedroht sind. Veränderung oder Zerstörung des natürlichen Lebensraumes seien dafür die Ursache. Das Vermeiden chemischer Pflanzenschutz-oder Schädlingsbekämpfungsmittel oder die „Duldung von Unkräutern“ könne dazu beitragen, den Lebensraum der Schmetterlinge zu optimieren. “Die Natur kennt kein Unkraut“, zeigt sich Helmut Michael überzeugt, was von Pflanzenexpertin Cornelia Seidel noch ergänzt wurde: „Es heißt nicht Unkraut, sondern unsagbar wertvolles Kraut“. Ein „zu aufgeräumter Garten“ biete nur wenigen Falterarten eine Heimat. Je vielfältige ein Garten angelegt sei, desto attraktiver sei er für die Schmetterlinge, die „alles lieben, was duftet“ – vor allem Krokusse, Winterlinge, Tagetes, Lavendel, Sonnenblumen oder Astern als Nektarpflanzen bevorzugen. Das Mähen innerhalb des Gartens solle man sorgsam angehen, „auch mal einige Pflanzen ausblühen lassen“, rät Helmut Michael. Einige besonders schöner Schmetterlingsarten wie den Landkärtchenfalter, den „Kleinen Fuchs“, den Schwalbenschwanz oder den C-Falter stellte er etwas detaillierter vor. Auch der Wiesenknopf-Ameisenbläuling, den es auch im Fürstlich Greizer Park zu sehen gibt, stand im Zentrum einer Erklärung: Fast das gesamte Leben des Tagfalters spielt sich auf der Wiesenknopf-Pflanze ab. Das Besondere: der Bläuling schafft es, sich von seinem schlimmsten Feind, der Ameise, ernähren und beschützen zu lassen.
Rück-und Ausblicke zum 25-jährigen Gründungsjubiläum des BUND-Ortsverbandes Greiz
Den Abend nahmen die Mitgliedes und „Urgesteine“ Anita und Helmut Michael sowie Karl Steinbach auch zum Anlass, das 25-jährige Bestehen des BUND-Ortsverbandes Greiz zu resümieren. „Eine denkwürdige Zeit“, so Anita Michael rückblickend. Besonders auf die Jahre nach der politischen Wende und die damit verbundenen Gesetzesänderungen und Umstellungen ging Anita Michael dabei ein. Am 20. Februar 1991 gründeten dreißig Umweltaktivisten den Ortsverband des BUND und eröffnete im Theater der Stadt Greiz ein „Umweltbüro“. Zunächst hatte man „wenig Ahnung“, machte sich aber sachkundig und konnte den Bürgern, die man versuchte, mit ins Boot zu ziehen, in vielen Dingen kompetenter Ansprechpartner zu sein. „Greiz schrieb damals Schlagzeilen als Smoghauptstadt“, wie sich Helmut Michael erinnerte. Die Vernachlässigung des Umweltschutzes in der ehemaligen DDR, der enorm ansteigende Autoverkehr, die daraus resultierenden fatalen Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen, auf Luft, Wasser, Wälder hätten damals zum Handeln gedrängt. Auch die Altlasten des Uran-Bergbaus der Wismut stellten eine gravierende Herausforderung dar. Trotz massiver Widerstände aus Wirtschaft und Politik sei es immer wieder gelunegn, den Belangen von Natur und Umweltschutz eine Stimme zu verleihen und sich mit Herz und Seele für die Lebensgrundlagen und die Heimat einzusetzen, so das Credo des Rückblicks. Man habe „viele positive Sachen erlebt“, wies Anita Michael auf die Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten hin, die die Liebe der Kinder zur Natur weckten. Auch die Pflanzentauschbörsen, die zweimal im Jahr stattfinden, sorgen für positives Echo, betonte Karl Steinbach, der seit vielen Jahren die Orchideenwiesen mäht. Der Einsatz ehrenamtlichen Engagements für den Erhalt der Schöpfung sei heute ebenso notwendig und habe nichts an Bedeutung verloren. „Die Liebe zur Natur ist und bleibt Herzenssache“, fasste Helmut Michael zusammen.

Antje-Gesine Marsch @02.03.2016