Im Rahmen des Motorrad Grand Prix von Ungarn sorgte das deutsche Motorrad-Talent Robin Siegert für größtmögliches Aufsehen und schnappte sich die Tabellenführung im Moto4 Northern Cup.
Es läuft bei Robin Siegert. Nachdem der 15-Jährige vom Team Kiefer Racing beim zweiten Saisonevent des auf die Moto3-WM abzielenden Moto4 Northern Cup auf dem Sachsenring seine Saisonsiege eins und zwei gefeiert hatte, legte er am vergangenen Wochenende nach und gewann auch im Rahmen der MotoGP auf dem Balaton Park Circuit in Ungarn beide Rennen. Damit übernahm er zugleich die Tabellenführung.
Nach seinem ernüchternden aber äußerst lehrreichen Start im Moto4 European Cup im Rahmen der MotoJunior World Championship in Barcelona, wo Robin Siegert die Qualifikation fürs Hauptrennen knapp verpasste, ging es für ihn am vergangen Wochenende auf der größtmöglichen internationalen Motorrad-Rennsport-Bühne, der MotoGP, weiter.
Im Rahmen des Motorrad Grand Prix of Hungary auf den Balaton Park Circuit am östlichen Rand des Plattensees stand für die Akteure des Moto4 Northern Cup das dritte Rennwochenende auf dem Programm. Zuvor beim Gastspiel bei der IDM-Nachfolgeserie Euro Moto auf dem Sachsenring hatte der 15-Jährige aus dem erzgebirgischen Lengefeld mit zwei Rennsiegen den etwas harzigen Saisonauftakt im niederländische Assen, damals im Rahmen der Superbike-WM, vergessen gemacht. In der bekannten ungarischen Ferienregion legte er nach und feierte gleich noch einen Doppelsieg.
Mit diesem trat er auch als neuer Tabellenführer die Heimreise an, doch ganz so einfach, wie es auf dem Papier scheint, war die Angelegenheit nicht.
Als er sich nach dem Freien Training in den beiden Qualifyings (alles am Freitag) den zweiten Startplatz gesichert hatte, nahm das Wochenende als Duplizität der Ereignisse vom Sachsenring seinen Lauf. Allerdings betrug sein Zeitrückstand auf die Trainingsschnellste Anina Urlaß, wie Robin vom Motorsport Team Germany bzw. der ADAC Stiftung Sport gefördert, eine Sekunde, was doch etwas Kopfzerbrechen bereitete. Aber sein Team Kiefer Racing und sein Vor-Ort-Betreuer Dario Giuseppetti hatten noch ein paar Pfeile für Robin nach dessen ersten Runden auf dem ungarischen Grand-Prix-Kurs im Köcher.
„In die Rennen bin ich vom zweiten Startplatz gegangen. Beim ersten hatten wir noch im Hinterkopf, dass mir im Qualifying eine Sekunde gefehlt hatte, die wir irgendwie finden mussten. Das war dann auch so, sodass ich an Anina dran bleiben konnte. Wir haben noch was am Fahrwerk gemacht, aber ich hatte inzwischen auch mehr Erfahrung mit der für mich neuen Strecke“, erklärte er später zu seiner ersten Siegesfahrt des Wochenendes. Und weiter: „Ich habe zwischendurch zwar ein paar kleine Fehler gemacht, aber ich konnte mich immer wieder ran kämpfen. Ich hatte ich einen Plan und der ging auf.“
Tatsächlich war er 13 Runden weit vor den Verfolgern hinter der ebenfalls aus Sachsen kommenden Rennfahrerin her gefahren, doch in der Schlussrunde startete er seine Attacke. Diese war für ihn erfolgreich, doch nicht so für seine Konkurrentin, die beim sauberen Manöver ohne Fremdweinwirkung, also selbstverschuldet stürzte. „Ich wollte es schon in der vorletzten Runde in dieser Schikane vor der 180-Grad-Kehre machen, aber da war ich zu weit weg. Vielleicht war es gleich gut so“, orakelte er später.
Im zweiten Rennen schieden seine bisherigen Hauptgegner in der Meisterschaftstabelle mit technischen Defekten aus. Schon nach dem ersten Rennen hatte er sich an die Spitze des Klassements gesetzt und im zweiten seine für den Cup äußerst ungewöhnliche, aber blitzsaubere Solo-Fahrt gestartet. „Als ich mich absetzen konnte, habe ich geschaut, dass ich es nicht übertreibe, nicht stürze und mit meinem Flow die Konzentration hoch halte.“ Nach Sieg Nummer zwei des Wochenendes absolvierte er trotz großer Hitze eine Herz-erwärmende Auslaufrunde und meinte danach: „Das war ein mega Feeling.“
Nach seinem vierten Sieg in Folge führt Robin die Cup-Tabelle nun mit 129 Punkten und damit 32 Zählern, mehr als es für einen Rennsieg Punkte gibt (25), Vorsprung auf den Zweitplatzierten Thias Wenzel aus Niedersachsen an. Die Saison ist aber noch lang, was auch er natürlich weiß. Dazu formulierte er: „Wir dürfen uns jetzt nicht ausruhen, sondern müssen so weiter machen und weiter pushen. Dennoch wollen wir die aktuellen Erfolge auch ein bisschen genießen.“
Stellvertretend für sein Mentoren-Trio, die Ex-Rennfahrer Philipp Hafeneger, Stefan Nebel und Dario Giuseppetti, zog Philipp Hafeneger folgende Bilanz zu den aktuellen Erfolgen des Youngsters: „Ich bin unglaublich stolz auf Robin und das gesamte Team. Zwei Rennen, zwei Siege und damit die maximale Punkteausbeute – ein besseres Wochenende hätten wir uns kaum wünschen können. Robin hat von der ersten Session an gezeigt, dass er gewinnen will, und das hat er auf der Strecke eindrucksvoll umgesetzt.“
Des Weiteren führte er aus: „Besonders freut mich, wie ruhig und fokussiert er trotz des Drucks geblieben ist. Er hat sich das ganze Wochenende über Schritt für Schritt gesteigert und in den entscheidenden Momenten die richtigen Entscheidungen getroffen. Genau diese Entwicklung wollen wir bei einem jungen Fahrer sehen.“
Mit Blick auf die als nächstes anstehenden Aufgaben sagte Philipp Hafeneger: „Natürlich hat die Meisterschaft durch die beiden Ausfälle von Anina eine neue Dynamik bekommen. Aber solche Situationen kann man nur nutzen, wenn man selbst fehlerfrei arbeitet und konstant vorn mitfährt. Das hat Robin getan und sich die Tabellenführung verdient. Wir genießen diesen Moment, wissen aber auch, dass noch viele Rennen vor uns liegen. Jetzt heißt es, konzentriert weiterzuarbeiten, auf dem Boden zu bleiben und den eingeschlagenen Weg konsequent fortsetzen. Dieses Wochenende war ein starkes Zeichen, aber die Saison ist noch lange nicht entschieden.“
Die beiden nächsten Rennen im Moto4 Northern Cup bestreiten Robin Siegert und seine „Jäger“ ebenfalls im Rahmen der MotoGP. Vom 19. bis 21. Juni steht der Grand Prix von Tschechien im Automotodrom Brno auf dem Programm und vom 10. bis 12. Juli geht es wieder auf den Sachsenring. Dann zum Großen Preis von Deutschland.
Weitere Infos unter: www.robin-siegert.com.







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