Staatliches Berufsschulzentrum Greiz-Zeulenroda erhalten!

Dirk Bergner (FDP)
Der FDP-Kreisverbandsvorsitzende Dirk Bergner Foto: privat

Thüringens Landtagsvizepräsident Dirk Bergner (FDP) fordert: „Die Thüringer Landesregierung muss sich endlich zur Grenzregion Greiz zu bekennen und diese strukturschwache Region fördern! Thüringen besteht nicht nur aus Leuchttürmen wie Erfurt und Jena, sondern vor allem aus ländlichen Gebieten. Dem muss die Landesregierung auch bei den Schulnetzplanungen Rechnung tragen.“
„Am Ende aller Abstimmungen zur Schulnetzplanung für berufsbildende Schulen ab dem Schuljahr 2022/23 kann deshalb nur stehen, dass die duale Ausbildung in den Berufen Kaufmann/-frau für Bürokommunikation, Tischler/-in/i. V. m. Holzmechaniker/-in sowie Koch/Köchin am Staatlichen Berufsbildungszentrum Greiz-Zeulenroda erhalten bleibt“, sagt der Liberale. Es ist aus seiner Sicht unverantwortlich, die strukturschwache Region um Greiz und Zeulenroda weiter zu schwächen, indem man das Staatliche Berufsbildungszentrum Greiz-Zeulenroda im Bestand gefährdet. „Minister Holter hat mir zwar in Beantwortung meiner kleinen Anfrage geschrieben, dass das Berufsbildungszentrum nicht im Bestand gefährdet sei. Doch das ist so nicht richtig. Hier muss endlich mit offenen Karten gespielt werden!“
Die duale Ausbildung sei das Herzstück im Ausbildungssektor. Diese Ausbildungsform habe die deutsche Wirtschaft vorangebracht und stark gemacht. Schlimm genug, dass es nur noch in drei Berufen duale Ausbildung in Greiz und Zeulenroda gibt. Wenn ganze Berufsfelder wegfallen, werde früher oder später auch über den Fortbestand der Fachpraktika und der Beruflichen Gymnasien zu diskutieren sein, fürchtet Bergner. „Deshalb ist das Ende der dualen Ausbildung in unserer Region der Anfang vom Ende unseres Staatlichen Berufsbildungszentrums in Greiz-Zeulenroda“. Der Liberale macht darauf aufmerksam, dass das nicht im Sinne des Steuerzahlers sein könne, wurden doch 4,2 Millionen Euro in die Modernisierung des Berufsbildungszentrums investiert.
Dirk Bergner sieht angesichts der sich positiv entwickelnden Klassenstärke-Zahlen im Berufsfeld Holzbearbeitung und Bürokommunikation überhaupt keine Grundlage für eine Einstellung der dualen Ausbildung am Staatlichen Berufsbildungszentrum Greiz-Zeulenroda. Die vorgegebenen Klassenstärken würden erreicht.
Was die duale Ausbildung der Köche angeht, hofft Bergner auf ein Entgegenkommen der Landesregierung: „Gemeinsam mit den Verantwortlichen im sächsischen, bayrischen und böhmischen Vogtland werden im thüringischen Vogtland aktuell Anstrengungen unternommen, den Tourismus anzukurbeln. So wurde – grenzübergreifend – der Kulturweg der Vögte etabliert, der Geschichtsinteressierte, aber auch Familien anlocken soll. Der Kurzurlaub in Deutschland liegt im Trend.“ Bergner fordert die Landesregierung auf, dem Landkreis Greiz mit seinen Bürgern, seinen Unternehmen und seinen Kommunen die Chance zu geben, von diesem Trend zu profitieren. Ein wichtiger Bestandteil im Gesamtkonzept des „Kulturwegs der Vögte“ sei die Gastronomie am Wegesrand. „Durch die Einnahmeausfälle – bedingt durch die Corona-Krise – wurden gerade die Gastwirte schwer getroffen. Ich halte es unverantwortlich, seitens des Landes jetzt noch einen drauf zu setzen und die Koch-Ausbildung aus der Region zu nehmen. Denn, was ist die Gastronomie ohne Köche?“

Greiz, 1. Juli 2020