Dirk Bergner

Eine nach seiner Meinung unbefriedigende Antwort des Ministers für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten, Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff hat der vogtländische Landtagsabgeordnete Dirk Bergner auf seine Nachfrage zum Dölauer Schloss erhalten. Die Landesregierung habe „grundsätzlich Interesse an der Erhaltung der Kulturdenkmale als Quellen und Zeugnisse menschlicher Geschichte. Dies gilt auch für die Erhaltung von Schloss Dölau.“ Der Freistaat wäre deshalb bereit, Denkmalfördermittel zu gewähren und eine Sanierung des Schlosses zu unterstützen, allerdings könne das – mit Blick auf die verfügbaren Haushaltsmittel – nicht mehr als eine Anschubfinanzierung sein.

Einen Rückkauf des Schlosses durch den Freistaat Thüringen schließt der Minister aus. Grund: Es sei nicht absehbar, dass das Schloss dem Freistaat zur Erfüllung von Aufgaben dienen könnte. Aktuell gibt es weder ein Sanierungs- noch ein Nutzungskonzept. Außerdem: „Eine überregionale denkmalpflegerische und landeshistorische Bedeutung hat die Anlage nach Auffassung der Landesregierung nicht“, so Prof. Dr. Hoff.

Ein Satz, der den Blutdruck beim vogtländischen Landtagsabgeordneten Dirk Bergner in die Höhe schnellen lässt. „Sieht die Landesregierung überhaupt Ostthüringen? Schloss Dölau hat vielleicht keine Strahlkraft bis Nordhausen, aber genügend hier bei uns im Vogtland, in Ostthüringen“, kann sich der Hohenleubener wieder einmal des Eindrucks nicht erwehren, dass Angelegenheiten im Landkreis Greiz durch die Landesregierung weniger wahrgenommen werden als in anderen Regionen des Freistaats. „Aber dieser Landkreis gehört nun einmal auch zu Thüringen. Und ich erwarte, dass die Landesregierung hier ebenso aktiv wird wie in vergleichbaren Fällen in Erfurt oder Weimar. Eine Nutzung für das Gebäude zu finden, kann nicht so schwer sein, wenn man bereit ist, Landesaufgaben in Ostthüringen zu erfüllen.“ Zum Beispiel wirbt Bergner immer wieder dafür, Behörden und öffentliche Arbeitsplätze in benachteiligten Räumen anzusiedeln, um so der regionalen Wirtschaft Impulse zu geben und den Druck auf den Immobilienmarkt in Ballungsräumen zu mindern.

Nachdem der Minister in Beantwortung einer ersten Anfrage betont hatte, welche große kulturhistorische Bedeutung dem ortsbildprägenden Bau zukomme, hatte Bergner Prof. Dr. Hoff gefragt, weshalb das Land nichts bezüglich einer Sicherung des einstigen Schlosses unternimmt. „Teile des Daches sind eingestürzt, man muss damit rechnen, dass das Gebäude in den nächsten Monaten und Jahren weiter großen Schaden nimmt und dann nicht mehr gerettet werden kann“, so Dirk Bergner.

Infolge einer vollständigen Entkernung und des Abbruchs von Gebäudeteilen – auch an dem zum Schloss gehörenden Gutshof vor 1990 – hatte das Land Schloss Dölau 2010 für 1 Euro an einen Privatmann veräußert. Der wiederum verkaufte das Objekt 2014 an einen anderen Privatmann. Die zum Schloss gehörenden Grundstücke wurden 2007 dem Land zugeordnet.