Günter-Schreier-Ausstellung eröffnet

“Vogtländische Landschaften” des Elsterberger Künstlers Günter Schreier sind derzeit im kleinen Fürstensaal des Oberen Schlosses zu sehen

GREIZ. Eine Auswahl des Schaffens von Günter Schreier (1926-2007) kann man seit Donnerstag im kleinen Fürstensaal des Oberes Schlosses Greiz betrachten. Im Beisein von Wolfgang Schreier, dem Sohn des Künstlers, und dessen Familie wurde die Kabinettausstellung am Abend feierlich eröffnet.

Dabei ist es der Initiative von Dr. Klaus Machalett und seiner Frau Reinhilde zu verdanken, dass der Elsterberger Künstler im Jahr seines 90. Geburtstages diese Würdigung erfährt. Gertrud Schreier, der inzwischen verstorbenen Ehefrau, hatte der Kunstliebhaber versprochen, dass “ihr” Günter in der Schloss-und Residenzstadt eine Ausstellung bekommt. Schreier habe in seiner künstlerischen Arbeit oft hinter den beiden Elsterberger Künstlern Kurt Opitz und Johanna Ehlich-Däberitz zurückstehen müssen. Und schließlich gehörte Elsterberg bis zum Jahr 1992 zum Kreis Greiz, wie Dr. Machalett in seinen Worten augenzwinkernd bemerkte.

In der Ausstellung zu sehen sind wunderschöne Landschaftsbilder der vogtländischen Region, aber auch Blumen und farbenfrohe Blüten. Motive der Stadt Elsterberg – in der Günter Schreier am 27. Juli 1926 geboren wurde – mit ihrer geschichtsträchtigen Burgruine oder der prächtigen Laurentiuskirche, fanden ebenso Einzug in die beeindruckende Exposition, wie ein Blick aus dem Fenster seines Hauses in der “Gippe”, eine Ansicht der Rentzschmühle oder ein winterlicher Spaziergang zur Talsperre Pöhl.

Im Jahr 2011 hatten Dr. Klaus Machalett und seine Ehrfau den Museen der Stadt Greiz ihre aus 600 Grafiken und Aquarellen sowie einhundert Gemälden bestehende Kunstsammlung übergeben – auch einige Werke von Günter Schreier waren darunter. Besonders freute sich der Mediziner, dass er in der Schau zwei Aquarelle wiedersah, die er dem Elsterberger Künstler vor vielen Jahren abgekauft hatte: “Tulpen” und “Flieder”. Die anderen offerierten Werke stammen aus dem Privatbesitz von Wolfgang Schreier.

Museumsleiter Rainer Koch bescheinigte der Ausstellung große Emotionalität: “Die Schau offenbart das Seelenleben von Günter Schreier.” Sie zeige die tiefe Naturverbundenheit und Heimatliebe des Künstlers. Zudem sehe man eine “ungeheure zeichnerische Kraft” in den Skizzen. Die feine Aquarellmalerei – Koch bezeichnete sie als Malerei mit Licht und Wasser – charakterisiere den Künstler als feinfühligen Beobachter seiner vogtländischen Heimat.

Wolfgang Schreier, der in Cossengrün lebt, bedankte sich im Namen seiner Familie für das “wunderschöne Ambiente”, in dem man die Werke seinen Vaters betrachten kann. Etwa 300 bis 400 Bilder habe dieser hinterlassen. Schreier würdigte besonders die historische Bedeutung vieler Aquarelle, deren Motive es heute nicht mehr gibt. Als kleiner Junge – im Jahr 1951 geboren – sei er frühzeitig mit dem künstlerischen Schaffen seines Vaters in Berührung gekommen. Würdigend hob er hervor, dass Mutter Gertrud dem Vater stets den Rücken freihielt. Dass Dr. Machalett der 90-Jährigen diesen großen Wunsch erfüllte, wusste er bislang nicht. Was Schreier aber in bewegten Worten vermutete: “Mutter wird sicher heute von oben herab auf uns schauen und sich von Herzen freuen.”

Die Vernissage wurde musikalisch umrahmt von Friederike Heckmann (Querflöte) und Jakob Heckmann (Cello).

Antje-Gesine Marsch @10.09.2016