Greiz kämpft gegen das Juni-Hochwasser 2013

Ein Jahr ist es her, dass das Hochwasser große Teile der Stadt Greiz und des Parks überschwemmte.
GREIZ. Mit dem Auslösen der Alarmstufe 3 am Freitag, den 31. Mai wurde bereits durch die Einsatzkräfte mit den Sicherungs- und Vorsorgemaßnahmen begonnen. So verbrachte man etwa wertvolle Kunstgüter im neu sanierten Sommerpalais des Greizer Parks in die oberen Etagen. An strategischen Punkten entlang der Elster wurden Sandsäcke verbaut. Die Bahnverbindung Gera-Greiz wurde vorsorglich unterbrochen, da wegen Unterspülung und möglicher Hangrutschungen die Sicherheit auf der Strecke gefährdet ist. Das Lagezentrum des Innenministeriums rechnete damit, dass in Greiz der Pegel am Samstag um weitere 30 Zentimeter steigen wird; die große Flutwelle erwartete man am Sonntagnachmittag. Da die Talsperre Pirk überlief, füllte sich die Weiße Elster zusätzlich mit Wasser. Vorsorglich wurde das Seniorenheim An der Schlossbrücke evakuiert, die Bundesstraße B94 blieb gesperrt und der Krisenstab beriet über weitere Evakuierungen von Einwohnern, die im Stadtgebiet wohnen. Am Montag wurde die gesamte Greizer Innenstadt für den Verkehr gesperrt. Rund 120 Menschen mussten in der Greizer Neustadt ihre Wohnungen verlassen. Der Strom wurde abgeschaltet. Außerdem wurden in der Nacht die erschöpften Rettungskräfte abgelöst. Die Evakuierten wurden in Sporthallen und einem Internat untergebracht. Das Greizer Stadtgebiet war weiterhin den Verkehr gesperrt, die Schulen blieben geschlossen.
Das alles ist ein Jahr her. Was auf die Flut folgte, war eine andere Welle: die der Hilfsbereitschaft, der finanziellen Unterstützung, des grenzenlosen Engagements, des einander Helfens. Gemeinsam packten die Greizer an und feierten sogar nur vierzehn Tage später das Park-und Schlossfest – trotzdem.
Heute, ein Jahr nach der verheerenden Flut, ist bis auf Kleinigkeiten nichts mehr vom Hochwasser zu sehen und schnell verschwanden die Ereignisse aus dem kollektiven Bewusstsein. Unlängst war von einem Greizer Bürger zu vernehmen: „So schlimm es klingt, aber das Hochwasser hat uns für eine kurze Zeit eng zusammenrücken lassen.“

Antje-Gesine Marsch @29.05.2014