Der Arbeitsmarkt im Juni 2020

Fürstliche Schloss und Residenzstadt Greiz 2017
Das Gebäude der Agentur für Arbeit in der Bruno-Bergner-Straße. Aufnahme vom 1. April 2017.

Trotz anhaltender Corona-Krise gibt es auf dem regionalen Arbeitsmarkt positive Entwicklungstendenzen


aktuell 12.378 Menschen im Agenturbezirk Altenburg-Gera arbeitslos
die Arbeitslosenzahlen sinken gegenüber Mai (- 122)
jedoch deutlicher Anstieg gegenüber Juni 2019 (+ 1.428)
die Arbeitslosenquote bleibt unverändert bei 6,8 Prozent und liegt damit 0,8 Prozentpunkte über der Quote des Vorjahres
Anstieg bei freien Arbeitsstellen in Ostthüringen
Im Juni wurden 627 neue Stellen gemeldet, 97 mehr als im Vormonat und auch Bestand freier Stellen (3.007) wächst (im Mai 2.975).

„Nach dem Corona-Schock der letzten Monate sendet der hiesige Arbeitsmarkt zaghafte positive Signale. Die Arbeitslosenzahlen gehen leicht zurück. Aktuell sind 12.378 Menschen ohne Job, 122 weniger als im Mai. Meine Zuversicht gründet sich auch auf die Tatsache, dass es im Juni wieder mehr Arbeitsaufnahmen gab. So beendeten 1.798 Personen ihre Arbeitslosigkeit. Das sind 238 mehr als im Mai. Zudem wurden weniger Menschen arbeitslos als zuletzt. 1.673 Frauen und Männer meldeten sich neu oder erneut arbeitslos, 221 weniger als im Mai. Die Nachfrage nach Arbeitskräften steigt leicht an. In den letzten Wochen gab es 627 neue Stellenmeldungen, 97 mehr als im Mai. Die Arbeitslosenquote verharrt bei 6,8%“- so Stefan Scholz, Leiter der Arbeitsagentur Altenburg-Gera.
Nach wie vor nutzt das Gros der Firmen Kurzarbeit, um die entstandenen Arbeitsausfälle zu kompensieren. „Die Unternehmen erhalten damit ihr gut eingespieltes und fachlich versiertes Personal. So wie seit Beginn der Corona-Krise können sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf eine zügige Bearbeitung verlassen, wenn die korrekte Abrechnung bei uns vorliegt“, so Scholz weiter.
Entwicklung im Kurzarbeitergeld
Die Zahl der Neu-Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit hat in den letzten Wochen deutlich abgenommen. Im Juni haben 71 Unternehmen erstmals Kurzarbeit angezeigt. Im Mai waren es noch 294 und im April 2.508. Auch daran wird ersichtlich, dass sich die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Arbeitsmarkt abschwächen.

Arbeitslosigkeit steigt in allen Regionen gegenüber 2019
Die Arbeitslosigkeit hat sich im Juni um 122 auf 12.378 verringert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 1.428 Arbeitslose mehr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Juni 6,8%; vor einem Jahr hatte sie sich auf 6,0% belaufen. Im Rechtskreis SGB III lag die Arbeitslosigkeit bei 5.296, das sind 30 weniger als im Vormonat und 1.395 mehr als im Vorjahr. Die anteilige SGB III-Arbeitslosenquote lag bei 2,9%. Im Rechtskreis SGB II gab es 7.082 Arbeitslose, das ist ein Minus von 92 gegenüber Mai; im Vergleich zum Juni 2019 waren es 33 Arbeitslose mehr. Die anteilige SGB II-Arbeitslosenquote betrug 3,9%.

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Altenburg – Gera waren im Juni 3.007 Arbeitsstellen gemeldet, gegenüber Mai ist dies ein Plus von 32 oder 1 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 1.448 Stellen weniger (–33 Prozent). Arbeitgeber meldeten im Juni 627 neue Arbeitsstellen, das waren 356 oder 36 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Seit Jahresbeginn sind damit 3.899 Stellen eingegangen. Die Nachfrage nach Arbeitskräften fällt damit 35% niedriger aus als in der ersten Jahreshälfte 2019. Zudem wurden im Juni 599 Arbeitsstellen abgemeldet, 235 oder 28 Prozent weniger als im Vorjahr. Von Januar bis Juni gab es insgesamt 4.283 Stellenabgänge, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das eine Abnahme von 1.604 oder 27%.

Jugendliche
Aktuell sind 1.112 Personen unter 25 Jahren ohne Beschäftigung. Das sind 18 mehr (+1,6%) als im Mai und 181 mehr (+19,4%) als vor einem Jahr. Der Anstieg ist vor allem damit zu begründen, dass Jugendliche weiterhin von den Auswirkungen der Corona-Krise auf dem Arbeitsmarkt betroffen sind. Teilweise wurden sie von ihren Ausbildungsbetrieben nach Ende der 3,5-jährigen Ausbildung nicht übernommen.
Ältere
Die Zahl der älteren Arbeitslosen über 50 Jahre ging hingegen gegenüber dem Vormonat etwas zurück. So sind aktuell sind 4.921 Personen in der Alterskohorte ohne Beschäftigung. Im Vormonat waren es 4.990. Gegenüber Juni 2019 gab es jedoch einen Anstieg um 218 Personen, ein Plus von 4,6 Prozent.

Ausländer
Ebenfalls leicht rückläufig ist die Zahl der arbeitslosen Ausländer. Aktuell sind 1.500 Personen ohne Beschäftigung. Das sind 35 Personen weniger als im Mai aber 242 mehr als im Vorjahresmonat.

Von der Corona Krise sind nach wie vor Wirtschaftsunternehmen und Dienstleister in allen Landkreisen Ostthüringens betroffen. Der Vergleich der Arbeitslosigkeit zum Juni 2019 schwankt zwischen – 2,7% im Saale-Orla-Kreis und dem Landkreis Greiz mit + 0,1%. In der Stadt Gera betrug der Rückgang -0,5%.

Ausbildungsmarkt
Der Ausbildungsmarkt gestaltet sich bei Weitem nicht so dynamisch wie in den vergangenen Jahren. Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober letzten Jahres meldeten sich im Bezirk der Agentur für Arbeit Altenburg – Gera 1.054 Bewerber für Berufsausbildungsstellen, das waren 25,9% weniger als im Vorjahreszeitraum. Zugleich gab es 1.957 Meldungen für Berufsausbildungsstellen, das entspricht einem Minus von 14,8%. Ende Juni waren 489 Bewerber noch unversorgt und 1.224 Ausbildungsstellen noch unbesetzt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es weniger unversorgte Bewerber für Berufsausbildungsstellen (–5,2%), die Zahl der unbesetzten Berufsausbildungsstellen war größer (+2,9%). Auch zum Ausbildungsbeginn 2020 muss daher damit gerechnet werden, das hunderte beruflicher Ausbildungsstellen nicht besetzt werden.
Für Jugendliche bietet der Ausbildungsmarkt trotz Corona also weiterhin sehr gute Chancen, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. In fast allen Branchen werden Auszubildende gesucht – Bewerbungen lohnen sich!
Selbstverständlich ist die Berufsberatung für alle Schüler und Eltern weiterhin erreichbar unter: 0800 4 5555 00 sowie per Mail unter:
altenburg-gera.151-berufsberatung-vor-dem-erwerbsleben@arbeitsagentur.de

Beratungen finden überwiegend telefonisch statt. Zudem wird es in den Sommerferien ein zusätzliches Angebot geben:
Von Montag bis Freitag von 10:00 bis 12:00 Uhr ist eine Hotline zu den Beratern
der Berufsberatung geschalten. Tel.Nr.: 0365 / 857 321.
Zudem werden Schüler gebeten, die Berufsberatung darüber zu informieren, wie der aktuelle Stand bei der Ausbildungssuche ist, z.B., dass sie eine
Ausbildungsstelle haben oder leider noch nicht wissen, wie es weitergeht und dringend eine Beratung benötigen: