Chancengerechtigkeit in der Bildung nicht gefährden

Lessingschule Greiz.
Lessingschule Greiz.

FDP-Bildungsexpertin: Wir benötigen schnell umsetzbare Konzepte zur Sicherung des Unterrichts in allen Klassenstufen

Erfurt, 17. November 2020. Die Schulen pandemiefest zu machen, ist eine der großen Herausforderungen dieser Tage. „Entscheidend wird sein, dass wir die Chancengerechtigkeit in der Bildung nicht gefährden. Schüler aller Klassenstufen und jeder sozialen Herkunft haben nicht nur die Pflicht zum Schulbesuch, sie haben zugleich auch das Recht auf Bildung“, erklärt Franziska Baum, bildungspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion im Thüringer Landtag „Kinder in der Schuleingangsphase sind am stärksten von der Anleitung durch erfahrene pädagogische Fachkräfte abhängig und brauchen den persönlichen Kontakt.“ Schulschließungen sollten deshalb nur die letzte Antwort auf die pandemische Entwicklung sein.

Die Freien Demokraten setzen sich für schnell umsetzbare Konzepte zur Sicherung des Unterrichts in allen Klassenstufen ein. Dazu gehören:

  1. Die Minimierung der Ansteckungsgefahr in Schulen. Die Anschaffung von Luftreinigern für Schulen ist dringend geboten. Dazu bedarf es eines staatlichen Förderprogramms, welches die Bundestagsfraktion der FDP bereits eingefordert hat. Angesichts der sinkenden Temperaturen geht das bisher praktizierte Stoßlüften häufig mit Frieren einher; Schüler ziehen sich vorsorglich besonders warm an oder sitzen mit Decken im Unterricht. Außerdem, so betont Franziska Baum, „ist es schlicht und einfach nicht hilfreich für einen konzentrierten Unterricht, wenn alle 20 Minuten zum Lüften unterbrochen wird.“
  2. Das Einbinden von derzeit ohnehin wenig genutzten Reisebussen in den Schülerverkehr. Der notwendige Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Schülern ist in den regulär verkehrenden Schulbussen nur schwer bzw. nicht einzuhalten. Der Einsatz zusätzlicher Busse vermindert das Infektionsrisiko.
  3. Die zentrale Digitalisierung von Unterrichtsinhalten. „Das Setzen auf geöffnete Schulen darf uns nicht darin bremsen, die Instrumente für digitale Wissensvermittlung und Interaktion zwischen Lernenden und Lehrenden auszubauen“, sagt Franziska Baum. Funktionierender Digitalunterricht entlastet außerdem von der Dringlichkeit, allen Unterricht in den Schulen stattfinden zu lassen. Die Digitalisierung könnte mit Hilfe des ThILLM (Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien) erfolgen. Für den Unterricht selbst bleibt die Lehrkraft verantwortlich, kann aber auf diese zentrale Aufbereitung der Inhalte ebenso zurückgreifen wie die Schüler zum individuellen Lernen.

Pressemitteilung der FDP-Fraktion im Thüringer Landtag