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1300 Greizer sind gesundheitsgefährdendem Lärm ausgesetzt

Veranstaltung zur 2. Stufe Lärmaktionsplan im Rathaus der Stadt Greiz

Tobias Schönefeld, Herr Post und Dieter Obenauf (v.r.) zur Veranstaltung im Rathaus.

Veranstaltung zur 2. Stufe Lärmaktionsplan im Rathaus der Stadt Greiz

GREIZ. Während am Donnerstagabend etwa 200 Demonstranten vor dem Rathaus gegen das Greizer Verkehrskonzept protestierten, kamen wenig später nur etwa zwei Dutzend Interessierte im Großen Rathaussaal zusammen, um sich über die 2. Stufe des Lärmaktionsplanes informieren zu lassen.

Stadtplaner Dieter Obenauf begrüßte die Gäste und übergab Tobias Schönefeld vom Planungsbüro Dr.-Ing. D. Hunger Stadt Verkehr Umwelt aus Dresden das Wort.
Einblick in die derzeitige Situation zu geben und gleichzeitig aufzuzeigen, was generell möglich ist, hatte sich der Experte dabei vorgenommen. Standen bei der 1. Stufe des Lärmaktionsplans besonders die beiden Bundessstraßen B 92 und B 94 im Mittelpunkt der Betrachtungen, waren es in der aktuellen 2. Studie auch die Schönfelder Straße, die Reichenbacher Straße, Hohe Gasse oder die Thomas-und Marienstraße – wobei der Kartierungsstand auf das Jahr 2010 bezogen wurde. Zugleich erklärte Schönefelder auf Anfrage, dass der Verkehrslärm berechnet und nicht gemessen und von verschiedensten Faktoren wie Verkehrsmenge, LKW-Anteil, Steigung/Gefälle – abhängig sei.

Die Lebensqualität in einer Stadt wird wesentlich von der Lärmsituation, insbesondere in den Wohngebieten sowie den zentralen Aufenthaltsbereichen beeinflusst, so Tobias Schönefelder.
Von den Greizer Bürgern sind etwa 1300 von einer Überschreitung der Auslösewerte von 65 dB ganztags bzw. 55 dB nachts betroffen; 70 Einwohner sogar von über 65 dB, wobei die höchste Verkehrsmenge in der Bruno-Bergner-Straße zu verzeichnen ist. Deshalb gab es durch die Stadt Greiz Überlegungen, im Bereich des Kreisverkehrs bis zum Dr.-Rathenau-Platz eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h zu beantragen, was derzeit genau geprüft würde.

Wie Schönefeld ausführte, gebe es ein dickes Bündel aus kleinen Maßnahmen der Lärmminderung, so unter anderem die Geschwindigkeitsbegrenzung, die Schaffung von Verkehrsinseln oder ein Umsteuern der Verkehrsmittel. Eine Verringerung der Verkehrsmenge bringe bereits eine Senkung von 3 dB, den Schwerlastverkehr zu halbieren 2 dB und die Sanierung der Fahrbahnoberfläche sogar bis 6 dB.
So habe sich beispielsweise die Sanierung der August-Bebel-Straße mit Verringerung der Straßenbreite oder der Schaffung von Verkehrsinseln positiv auf die Lärmminderung ausgewirkt.
Veranstaltungsbesucher Klaus Weinbrecht warf ein, dass sich in Bezug auf den Lärmschutz schon einiges getan habe, aber man müsse auch an die Instandhaltung der Straßen denken. Gerald Giegling, der als LKW-Fahrer tätig ist, monierte, dass sich in puncto Schwerlastverkehr nichts getan habe. Viele Meinungen seiner Kollegen zur Stadt Greiz seien erschreckend. Der Trucker schlug vor, als Möglichkeit der Verkehrsteilung das Göltzschtal auszubauen und so innerhalb weniger Minuten den Autobahnanschluss in Reichenbach erreichen zu können.

Dass Wünsche und Realität oft auseinanderklaffen, unterstrich Dieter Obenauf mit Nachdruck; auch, dass ein alternatives Verkehrsnetz nicht von LKW-Fahrern geschaffen werden könne.
Die Lärmkarten sind ab Montag, den 18. Februar im Bauamt der Stadt Greiz auf dem von-Westernhagen-Platz (ehem. Haus der Jugend) einzusehen.

Antje-Gesine Marsch @14.02.2013
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